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Sustainable Neighborhood

Pilotprojekt: Nachhaltige Nachbarschaft Kochi

Vor-Ort-Besuch im Elamakkara Ward

Nach einer langen Planungsphase, die durch die anhaltenden Auswirkungen der Corona-Pandemie beeinträchtigt wurde, fand im November der erste Vor-Ort-Besuch im ausgewählten MGI-Pilotprojektgebiet in Kochi statt. Teammitglieder der indischen MGI-Koordinations- und Partnerorganisationen National Institute of Urban Affairs (NIUA) und Fraunhofer India besuchten Kochi, um das Projektgebiet gemeinsam mit lokalen Akteur*innen zu inspizieren.

Bei Treffen mit dem Bürgermeister von Kochi und Exkursionen mit Akteur*innen des Centre for Heritage, Environment and Development (C-HED) sowie lokalen Wasser-, Gesundheits-, Bau- und Abfallwirtschaftsexpert*innen und der Anwohnervereinigung wurden die geplanten Maßnahmen für das Pilotprojekt diskutiert. Der Stadtteil Elamakkara hat eine sehr hohe Bevölkerungsdichte und vorhandene Herausforderungen in den Bereichen Energie, Wasser und Abfallwirtschaft, die durch die Auswirkungen des Klimawandels noch verschärft werden, sind beispielhaft für die gesamte Stadt Kochi.

Projektgebiet Elamakkara

Herausforderungen und Chancen in Kochi

Während des Besuchs wurden die aktuellen Rahmenbedingungen des Viertels und die damit verbundenen Herausforderungen untersucht. In Kochi regnet es sehr viel, was zu Staunässe in der gesamten Stadt führt. Das Regenwasser wird über ein Rohrsystem aufgefangen und abgeleitet. Fast 60 % der Haushalte verfügen bereits über ein Regenwassersammelsystem. Jedoch ist die Wiederverwendung von Wasser in Elamakkara noch nicht flächendeckend vorhanden. Außerdem gibt es großes Potenzial für erneuerbare Energien, welches bisher häufig ungenutzt bleibt.

Die Abwasserinfrastruktur in Kochi ist größtenteils nicht vorhanden und Abwasser wird in Klärgruben gesammelt, deren Überlauf in den Boden versickert. Der hohe Grundwasserspiegel und häufige Staunässe erschweren den Bau von Abwassersystemen erheblich. Obwohl es einige Grünflächen gibt, ist das Gebiet stark versiegelt, wodurch sich die Wärme staut und die Wasseraufnahme verhindert wird, was die Auswirkungen von Überschwemmungen und des städtischen Wärmeinseleffekts verstärkt.

Klärgrube für Abwasser
Rohrsystem für Regenwassersammlung

Nachhaltige Nachbarschaft Kochi

Ziel des Pilotprojekts “Sustainable Neighborhood” in Elamakkara ist es, die Risiken von Überschwemmungen und städtischen Wärmeinseln zu verringern, indem mehr Grünflächen in die Stadt integriert werden, um sie durch den Schwammeffekt widerstandsfähiger zu machen. Gleichzeitig wird die Lebensqualität der Bewohner erhöht, indem die Verschmutzung von Boden und Wasser durch eine nachhaltige Wasser- und Abwasseraufbereitung reduziert wird. Darüber hinaus soll die Stadt Kochi unabhängiger bei der Stromerzeugung werden, indem der Anteil erneuerbarer Energien durch Solarenergie erhöht wird. Letztlich soll diese Form der innovativen nachhaltigen Sanierung als Vorbild für andere Stadtteile und andere Städte mit ähnlichen Bedingungen dienen. 

Für die Demonstration der geplanten Maßnahmen wurde eine staatliche Schule in der Umgebung ausgewählt. Geplant ist, dass am Ende alle Gebäude energetisch saniert und unter Erhaltung ihrer Historie instandgesetzt werden. Zusätzlich ist die Installation von Photovoltaikanlagen sowie eine dezentrale Abwasserreinigung geplant. Wichtig ist, dass die Bewohner in den Planungsprozess einbezogen werden, um ein Gefühl der Eigenverantwortung zu schaffen. Daher wird ein Team von Bewohnern für den Betrieb und die Wartung der Anlagen geschult.

Staatliche Schule

Die Kombination aus historischer Sanierung und zukunftsweisenden intelligenten Technologien macht aus diesem Viertel einen Anziehungspunkt für Smart-City-Experten wie auch für Touristen und damit zum Aushängeschild der Smart City Kochi. Darüber hinaus wird erwartet, dass so die lokale Wirtschaft angekurbelt wird. Die Erfahrungen mit dem ganzheitlichen Ansatz der nachhaltigen Smart City Nachbarschaft sollen wissenschaftlich ausgewertet werden, um Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie die sektorübergreifende und integrierte Planung und Umsetzung für den Roll-out von Smart Cities in der Zukunft genutzt werden kann.

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